Unser Projektleiter Prof. Markus Menges hat im Juli die beiden Projektorte besucht, die über die EKF Stiftung gefördert werden. Es wurde ein hands-on-workshop für die Kollegen/-innen aus der Klinik veranstaltet, weiterhin hielt er zweimal wöchentliche Vorträge und begleitete die Visiten an zwei anderen Wochentagen.
In Nanda hat sich die Endoskopie-Abteilung nach Absolvieren von jeweils 3-monatigen Weiterbildungskursen der drei Pflegekräfte, die nach Gestaltung eines Vortragsabends beim Rotary-Club Schwäbisch Hall über eine zusätzliche Spende dieses Clubs finanziert wurden, sehr gut entwickelt.
Zwei weitere junge Kollegen wurden in der Basis-Endoskopie angelernt, so dass der (vorübergehende) Verlust des Haupt-Endoskopikers Dr. Zengo verkraftet wird, der sich zur von uns finanzierten Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin in Dodoma befindet.
In Peramiho gibt es einen erfreulichen Aufschwung der Endoskopie nach Fertigstellung des von uns finanzierten Neubaus der Endoskopie-Abteilung. Es sind inzwischen zwei voll funktionsfähige Olympus-Türme vorhanden. Herr Menges arbeitete in der Endoskopie mit und nahm an den Visiten teil.
3. Station: St. Joseph´s Hospital Peramiho
Hier war der Höhepunkt der Reise die feierliche Einweihung der neuen Endoskopie-Abteilung. Diese besteht aus 4 Räumen und ist in ein größeres Gebäude integriert, welches auch das neue Emergency department enthält. Beide Einrichtungen wurden sehr feierlich eingeweiht, begleitet von Tänzen, Trommelmusik, Chorgesang und viel Weihwasser und Weihrauch. Auch in Peramiho hielt ich auf Einladung des amtierenden Chefarztes, Herrn Dr. Adeodatus Haule, Vorträge und nahm an Visiten zusammen mit Dr. Amani Kapinga teil. Dieser hatte seine zweijährige Endoskopie-Ausbildung in „unserem“ Training-Centre in Muhimbili absolviert und die Leitung der neuen Endoskopie-Abteilung übernommen. Er nahm dort mit mir zusammen die ersten Gastroskopien vor. Ein Problem war anfänglich die Sedierung der Patienten für die endoskopischen Eingriffe – es war völlig unbekannt und außerhalb des Horizonts, dass die Endoskopeure mit Diazepam und Propofol selbst hantierten. Somit wurde ein Anästhesist (ein älterer, sehr netter Kollege) dazugeholt. Ich freute mich sehr, dass er nach kurzer Zeit sah, dass es eigentlich kein Problem darstellt, die Anästesie/Sedierung den Endoskopikern zu überlassen, wenn diese die Medikamente und deren Gefahren genau kennen.
Mit dem Hospital Board saß ich zusammen, um zu erläutern, was noch dringend benötigt würde – neben Untersuchungsliegen, geeigneten Schränken etc. v.a. eine halbautomatische Endoskop-Waschmaschine, um gleich von Anfang an auf einem ausreichend hohen Hygiene-level zu arbeiten.
Links vorne im Bild ist die neu gebaute Abteilung zu sehen
feierliche Eröffnung
erste Endoskopie in der neuen Abteilung
Bericht über den Arbeits-Aufenthalt von Prof. Markus Menges in Tanzania Oktober/November 2024
1. Station: Endoscopy Training Unit der GF in Muhimbili (Universitätsklinik Dar-es-Salaam)
Ich traf mich in Dar-es-Salaam mit Dr. Pascal Zengo Kashinde, dem wir die Facharzt-WB finanzieren. Er war mir eine große Hilfe im Großstadtdschungel von Dar. Es war ein wenig schwierig, die jetzige Leiterin der Training Unit , Frau Dr. Eva Are, persönlich kennenzulernen, aber es gelang uns. Sie ist voll in den normalen universitären Klinikbetrieb involviert – wir trafen sie bei einer Visite auf der hepatologischen Station an. Die Training Unit läuft sehr gut, wovon ich mich überzeugen konnte – täglich im Durchschnitt 30 (!) Endoskopien des oberen und unteren GI-Traktes. Offensichtlich ist sie inzwischen auch in die gastroenterologisch-hepatologische Uniklinik voll integriert und die früheren Friktionen sind anscheinend überwunden.
2. Station: St. Benedict´s Hospital Ndanda
Der Weggang von Dr. Zengo riss verständlicherweise ein Loch in die Endoskopie-Belegschaft, welches von drei Kollegen /-innen „gestopft“ wird, davon ein Anfänger. Die beiden anderen, Frau Dr. Dayness Ludovick und Dr. Abdul Yasser konnten die Routine-Untersuchungen in aller Regel bewältigen. Es wurde vereinbart, die Endoskopie-Pflegekräfte (2 Männer, 1 Frau als Leitung) zu einem Weiterbildungs-Kurs ins Muhimbili-Hospital nach Dar-es-Salaam zu schicken, was inzwischen auch geschah. In täglichen Vorträgen, hands-on-training in Endoskopie und Ultraschall und Teilnahme an den Visiten konnte ich ein wenig beitragen, das endoskopische und klinische Wissen der Kollegen/-innen zu verbessern. Eine große Hilfe in Sachen Projektbericht für die EKF-Stiftung war mir Dr. Justin Sauter, der von der EKF-Stiftung zur Evaluation des Projektes gesandt worden war. Wir haben uns in Ndanda getroffen und so manche Stunde abends zusammen gesessen, um die Zahlen und Daten zusammenzutragen, die später in den Projektbericht einflossen.
Das gesamte Endoskopie Team in Ndanda
täglicher Vortrag
Endoskopie in Ndanda
Anthony Mmole und Fredrick Kisika, die beiden Endoskopie Pfleger in Ndanda
Die Endoskopie-Abteilung in Peramiho wurde Ende September fertiggestellt. Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Meilenstein! Die neue Abteilung umfasst 4 Räume. Alle Räume wurden von vorneherein mit einer Spezialbeschichtung zum Fernhalten von Schädlingen versehen und genügen allen hygienischen Anforderungen. Dr. Amani Kapinga ist auf dem Bild zu sehen, er wird die interdisziplinäre Endoskopie leiten. Erst kürzlich konnte er seine Endoskopie-Ausbildung im von der Gastroenterology Foundation e.V. erbauten und eingerichteten Trainingszentrum in Dar-es-Salaam absolvieren.
Eine Außenansicht des Neubaus
Dr. Kapinga in den Räumen des Neubaus...
... und vor dem Neubau
Neues von den Baumaßnahmen in Peramiho: die ersten Wände werden hochgezogen.
Patrick Mosler hat unser Projekt in Ndanda besucht und unter großen örtlichen Herausforderungen Untersuchungen durchgeführt.
Die Bauarbeiten für die Endoskopieabteilung in Peramiho sind in vollen Gange, der Bodenaushub ist weitgehend beendet.
Die Routine-Endoskopie im St. Benedict´s Hospital Ndanda floriert, ich stehe Dr. Patrick Zengo zur Seite, der pro Tag etwa 10 Gastroskopien und 1-2 Koloskopien durchführt. Ein Problem stellt die Planung und Durchführung (dringend benötigter) ERCP´s dar, da es nur im OP eine Durchleuchtungsanlage gibt und mit großem Aufwand das ganze benötigte Material dorthin verbracht werden muss. Ansonsten ist das Krankenhaus sehr gut ausgestattet - es gibt eine Röntgen-Anlage und sogar ein CT. Nachmittags geht es weiter zum hands-on-teaching bei der Sonographie. Hier besteht großer Weiterbildungsbedarf - das riesige Potential der Sonographie kann von den Kolleg:innen noch viel zu wenig ausgenützt werden. Allerdings müsste man auch die Gerätschaft in der Sonographie etwas aufrüsten.
Start der Projekt-Kooperation mit der Gastroenterologie-Abteilung in Peramiho, Tansania. Das gut etablierte Missions-Krankenhaus der Benediktiner wird die Endoskopie erweitern.